Dokumentarfilm bricht mit einem iranischen Tabu22. February 2012
Los Angeles/Wien – In dieser Woche läuft - zunächst in Kalifornien - der Film „Iranian Taboo“ des angesehenen niederländisch-iranischen Filmemachers Reza Allamehzadeh an. Der Dokumentarfilm erzählt die bewegende Geschichte einer iranischen Bahá’í, Nadereh, und ihrer 14-jährigen Tochter. Sie sind Flüchtlinge, die all ihre Habseligkeiten verkaufen und ihre Heimat wie so viele vor ihnen über die Türkei verlassen mussten.
Der rund 80-minütige Film gibt erschütternde Einblicke in die Verfolgung der Bahá’í in Iran. „Obwohl mir die Einreise in meine Heimat verweigert wird, ist es mir mit Hilfe von ergebenen Freunden, die ihr Leben hierfür riskierten, gelungen, die erforderlichen Aufnahmen im Iran zu erhalten“, sagte Allamehzadeh, der kein Bahá’í ist. So dokumentiert der Film auch die Bemühungen der iranischen Bahá’í-Gemeinde, ihrer Jugend, der wegen ihrer Religion der Zugang zu Universiäten des Landes verwehrt ist, höhere Bildung zu ermöglichen und verleiht erstmals unterdrückten Bauern im Dorf Ivel in der nördlichen Provinz Mazandaran eine Stimme gegen Verfolgung und Diskriminierung. Er habe den Titel „Iranian Taboo“ deshalb für seinen Film gewählt, da sogar jene Iraner, die meinen, Baha’i sollten ihre Menschenrecht haben, in dieser Angelegenheit schweigen. „Nicht einmal die Toten der Baha’i sind sicher“ Er hätte den Film schon früher machen sollen, räumte Allamehzadeh ein. Bei seinen Recherchen habe er festgestellt, dass in verschiedenen Bereiche der Gesellschaft aus ethnischen oder religiösen Gründen oder wegen der Sprache oder des Geschlechts Unterdrückung herrsche. Doch haben die Baha’i unter den stärksten Repressionen zu leiden. „Nicht einmal ihre Toten sind sicher, und ihre Friedhöfe werden geschändet“, betonte er. Daher sei es ihm mit seinem Film ein besonderes Anliegen, die an den Baha’i verübten Menschenrechtsverletzungen aufzuzeigen. Reza Allamehzadeh führte auch Interviews mit renommierten iranischen Gelehrten, Schriftstellern und Politikern über das iranische Tabuthema: die Bahá’í in Iran. Unter ihnen Abolhassan Banisadr, der erste Präsident des Iran nach der Islamischen Revolution 1979. Auch kommt die Menschenrechtsanwältin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi zu Wort. Sie äußerte sich u.a. empört darüber, dass den Baha’i die Arbeitserlaubnis verweigert wird, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. „Um ein Schuhgeschäft zu eröffnen, muss man kein Muslim sein“, sagte sie. „Wo sagt denn der Islam, dass ein Schuhmacher ein Muslim sein muss?“. „Iranian Taboo“ läuft am 24.februar 2012 in Los Angeles an und wird in den kommenden Wochen auch in anderen Städten der USA sowie in Kanada und den Niederlanden gezeigt werden. Weitere Informationen und Fotos zu dem Film unter news.bahai.org/story/890
Rückfragen: Ottilie Käfer, Pressesprecherin der Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich Email: office.ea@at.bahai.org Tel.0664 320 29 27 |
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