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Eine Menschheitsfamilie

Die Überzeugung, dass wir alle einer einzigen menschlichen Familie angehören, macht das Herzstück des Bahá’í-Glaubens aus. Der Grundsatz der Einheit der Menschheit ist “der Angelpunkt, um den alle Lehren Bahá’u’lláhs kreisen.” Bahá’u’lláh verglich die Welt mit dem menschlichen Körper. In diesem Organismus spielen Millionen von Zellen, unterschiedlich in Form und Funktion, ihre Rolle, um ein gesundes System aufrecht zu erhalten. Das Prinzip, das die Funktion des Körpers lenkt, ist Kooperation. Dabei stehen die verschiedenen Teile des Körpers nicht in Konkurrenz um die vorhandenen Ressourcen. Vielmehr ist jede Zelle von Anfang an mit einem kontinuierlichen Prozess des Gebens und Erhaltens in Verbindung.

Einheit der Menschheit bedeutet jedoch keineswegs Uniformität. Vielmehr bekräftigen die Bahá’í-Schriften das Prinzip der Einheit in der Vielfalt. Über das simple Tolerieren oder Dulden unserer Differenzen oder das Zelebrieren oberflächlicher Aspekte unterschiedlicher Kulturen hinaus sollte die Vielfalt der menschlichen Familie die Ursache andauernder Liebe und Harmonie sein, so “wie in der Musik, bei der viele verschiedene Noten in einem vollkommenen Akkord ineinander wirken.”

Ist man beseelt von der geistigen Wahrheit der Einheit der Menschheit, so verlangt dies das vollkommene Aufgeben jeglicher Vorurteile, seien sie aufgrund der Herkunft, der Religion oder des Geschlechts. Falsche Vorstellungen und Vorurteile, die eine Gruppe von Menschen als überlegen ansehen, tragen wesentlich zum vorherrschenden Elend auf der Welt bei. Vorurteile sind vorgefasste Meinungen über andere basierend auf Unwissenheit. Sie verdecken unsere Sicht auf die Tatsache, dass jeder Mensch im Grunde genommen ein geistiges Wesen ist, ausgestattet mit einzigartigen Talenten und Kapazitäten, wie ein “Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert.”

Indem wir feste Bande der Freundschaft mit Menschen aus allen Lebenslagen schmieden, bekämpfen wir den zerstörerischen Einfluss von Vorurteilen. “Forschet vielmehr fleißig nach der Wahrheit und machet alle Menschen zu euren Freunden”, sagte ‘Abdu’l-Bahá.

Die volle Gleichberechtigung der Geschlechter ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Aufbau einer geeinten Welt. Auf das Geschlecht bezogene Vorurteile bedeuten nicht nur Ungerechtigkeit gegenüber Frauen, sondern fördern schädliches Verhalten von Männern, das von der Familie zum Arbeitsplatz, zum wirtschaftlichen und politischen Leben und schließlich sogar zu der Beziehung zwischen Staaten weitergetragen wird. Es existiert keine moralische, praktische oder biologische Grundlage, aufgrund derer die Verweigerung der Gleichberechtigung der Geschlechter zu rechtfertigen wäre.

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Wir sehen die Texte auf dieser Seite als den Beginn eines Gesprächs und führen es sehr gerne persönlich fort. Bahá’í-Gemeinden in ganz Österreich freuen sich Sie willkommen zu heißen.

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