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 Natur

Die Eigenschaften Gottes sind allen erschaffenen Dingen offenbar. “Die Natur”, schreibt Bahá’u’lláh, “ist Gottes Wille, dessen Ausdruck in der bedingten Welt […]“

“Und wann immer ich den Blick Deiner Erde zukehre,” richtet sich Bahá’u’lláh an Gott, “muss ich die Zeichen Deiner Macht und die Beweise Deiner Großmut erkennen. Sehe ich das Meer, so spricht es mir von Deiner Majestät, von der Gewalt Deiner Macht, von Deiner Souveränität, Deiner Größe. Und betrachte ich die Berge, so drängt es mich, die Fahnen Deines Sieges und die Banner Deiner Allmacht zu entdecken.”

Wir können unsere Beziehung zur Natur mit der eines Embryos mit dem Mutterleib vergleichen. Die physische Welt stellt den Nährboden dar, auf dem wir die uns innewohnenden Potentiale entwickeln. Hier können wir die Fähigkeiten und Eigenschaften kultivieren, die sowohl für den geistigen und materiellen Fortschritt der Menschheit als auch für die weitere Reise unserer Seele nach dem Tod notwendig sind.

Abermillionen Jahre mussten vergehen, bis sich der menschliche Körper aus den einfachsten Lebewesen entwickelte, die die Erde ursprünglich bevölkerten. Die Evolutionstheorie, eine der erfolgreichsten wissenschaftlichen Theorien, erforscht den Ablauf dieses Prozesses und erweitert die Erkenntnisse über die Entwicklung und Vielfalt des Lebens auf dem Planeten.

Die Bahá’í-Schriften legen die Entstehung der Menschheit aus der geistigen Perspektive dar. Sie beschreiben, wie der menschliche Geist bereits seit Anfang der Schöpfung existiert hat und dass erst, als sich ein menschlicher Körper mit ausreichender Komplexität entwickeln konnte, die Eigenschaften des Geistes auf dieser Existenzebene Ausdruck fanden.

Damit konnten evolutionäre Prozesse einer neuen Art – die soziale und geistige Evolution – in den Vordergrund des menschlichen Lebens treten. Der Fortschritt der heutigen Zivilisation wird durch rasant anwachsendes Wissen erzielt – Wissen, das sowohl durch das wissenschaftliche Erforschen der Natur als auch durch das Studium und die Anwendung religiöser Wahrheiten, die der Menschheit stufenweise offenbart werden, erlangt wird.

Um die Zivilisation aufrecht zu erhalten, benötigen wir immer materielle Ressourcen. Während wir lernen, wie wir die Rohstoffe der Erde am besten zum Fortschritt der Zivilisation einsetzen können, müssen wir uns unserer Haltung gegenüber der Quelle unseres Wohlstandes und unseres Lebensunterhaltes bewusst sein.

Die Widerspiegelung der göttlichen Eigenschaften in der Natur zu sehen und sie als einen Ausdruck göttlichen Willens zu begreifen, weckt in uns einen tiefen Respekt vor der Welt der Natur. Die Menschheit hat das Potential, sich von der Welt der Natur zu befreien.

“Denn solange der Mensch in der Natur gefangen ist, ist er ein Raubtier, da der Kampf ums Dasein zu Bedürfnissen der Naturwelt gehört.”

‘Abdu’l-Bahá 

Dennoch: Die Welt der Natur ist ein Pfand, für das alle Menschen als Sachwalter verantwortlich sind. Die Heranreifung der Menschheit erfordert einen organischen Wandel der Strukturen der Gesellschaft, die sowohl die gegenseitige Abhängigkeit aller ihrer Elemente, als auch ihre wechselseitige Beziehung zu der Welt der Natur zum Vorschein bringt. Ein solcher Wandel muss Hand in Hand gehen mit einem weitreichenden Wandel der Einstellungen und Handlungen der Menschen.

“Wir bedürfen einer Umwandlung der Herzen, einer Neugestaltung all unserer Auffassungen und einer Neuorientierung unserer Tätigkeiten. Das Innenleben des Menschen wie auch die äußere Umwelt müssen umgebildet werden, soll die Rettung der Menschheit sichergestellt sein.”

Shoghi Effendi 

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Wir sehen die Texte auf dieser Seite als den Beginn eines Gesprächs und führen es sehr gerne persönlich fort. Bahá’í-Gemeinden in ganz Österreich freuen sich Sie willkommen zu heißen.

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